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Haltung: Kanarienvögel werden in Käfigen mit den Mindestmaßen von 60 cm x 40 cm x 40 cm (Einzeltier), Idealmaß 100 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch, oder in Volieren gehalten. "Je größer- desto besser" !! Der Standort muss so gewählt werden, dass er den Tieren Schutz vor Zugluft und Lärm bietet. Die Kanarien benötigen Sonnenlicht, dürfen aber nicht der prallen Sonne ohne Rückzugsmöglichkeiten in den Schatten ausgesetzt werden. Außerdem muss der Käfig erhöht aufgestellt werden, um das Sicherheitsgefühl der Tiere zu stützen und unnötigen Stress zu verhindern. Von der Unterbringung der Vögel in einem Raucherzimmer sollte man absehen, da sie empfindlich darauf reagieren können (z.B. mit Mauserschwierigkeiten). Der Käfig/ Voliere sollte mit Sitzstangen aus Holz (am besten Naturästen) ausgestattet sein, in unterschiedlicher Dicke. Durch die raue Oberfläche der Zweige nutzen die Vögel ihre Krallen in ausreichendem Maße ab und geben den Vögeln mehr Gelegenheiten ihre Füße und Zehen zu gebrauchen. Die Stellung der Äste sollte man variieren, ein paar waagerecht, ein paar schräg. Auf schwankenden Bäumen in der Natur finden Vögel auch nicht nur waagerechte Sitzgelegenheiten. Wichtig hierbei ist nur dass die Stangen nicht zu nah am schmalseitigen Gitter angebracht werden, weil der Vogel sonst mit den Schwanzfedern daran stößt. Sie sollten auch nicht übereinanderliegen oder direkt über den Futterschälchen angebracht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Futter durch Kot verunreinigt wird. Als Einstreu
dient Vogelsand, der über wichtige Inhaltsstoffe für Verdauung,
Knochenbau, Herz- und Muskeltätigkeit verfügt. Die Käfig-/Voliereneinrichtung
besteht aus: Futternapf oder Automat / Trinknapf (kein Trinkautomat, da
Kanarienvögel das Wasser "schlürfen") / Kalkstein oder
Sepiaschale (zum Schnabelwetzen). Man sollte dem Vogel auch ein Badehäuschen zum Einhängen an die offene Käfigtüre anbieten, da
Kanarienvögel regelrechte "Wasserratten" sind. Zudem fördert
das Baden ihr Wohlbefinden und hält sie gesund. Am besten sollte
man das Badehäuschen morgens anbieten, dann können die Federn bei Tageslicht
trocknen. Einen Kanarienvogel einzeln zu halten ist nur dann ratsam, wenn
man genügend Zeit hat um sich oft mit ihm zu beschäftigen. Ein
Vogel der den ganzen Tag alleine ist langweilt sich und fühlt sich
einsam. Bei Paarhaltung ist auch das Anbringen eines Nestes (z.B. ein geflochtenes Körbchen) und die Bereitstellung von Nistmaterial (z.B. kurze Woll- und Sisalfasern, Stroh, Heu oder Moos) notwendig. Kanarienvögel können einzeln oder paarweise gehalten werden. Es ist auch möglich, einen Hahn mit mehreren Hennen zu vergesellschaften. Zwei Hähne vertragen sich jedoch nicht. Die weitverbreitete Meinung, dass männliche Kanarienvögel nicht mehr singen, wenn sie mit einem Weibchen zusammen gehalten werden, ist falsch. Denn gerade dann benutzen sie ihre Melodien, um die Partnerin zu umwerben. Man kann natürlich
auch mehrere Vögel beieinander
halten, wenn man Platz für eine großräumige
Voliere hat, auch kann man den Kanarienvogel in einer Voliere problemlos mit anderen Vögeln zusammen halten
Jeder Vogel sollte seine Flügel ausgiebig benutzen, darum sollte man dem
Kanarienvogel täglichen Freiflug gewähren, das stärkt den Kreislauf und sorgt für
Muskeln. Man sollte aber mit dem ersten Freiflug so lange warten bis der
Vogel mit seinem Käfig vertraut ist. Wenn man ihn zu früh fliegen lässt,
möchte er vielleicht gar nicht mehr in den Käfig zurück. Falls dies
passiert sollte man den Vogel einfach draußen lassen - auch über Nacht.
Hunger und Durst treiben ihn schon zurück - aber
auf keinen Fall jagen oder mit Tüchern scheuchen! Pflege:
Das
Wechseln des Vogelsandes und Reinigen des Käfigs ist 2 x pro Woche
notwendig. Das Erneuern des Trink- und Badewassers und Säubern des
Futternapfes muss täglich erfolgen. Um das regelmäßige Abnutzen der
Krallen sowie die Beweglichkeit von Zehen und Läufen zu gewährleisten,
sollten verschieden dicke Stangen (z.B. ungespritzte Äste von Weiden oder
Birken) angebracht werden. Die psychische und physische (Kreislauf /
Stoffwechsel) Verfassung wird durch regelmäßigen Freiflug optimiert. Dafür
müssen Türen und Fenster geschlossen und die Scheiben durch Gardinen
oder Vorhänge verdeckt werden. Das Hormon- und Stoffwechselsystem der
Kanarienvögel ist stark an den natürlichen Wechsel von Tag und Nacht
angepasst. Deshalb ist es wichtig, die Käfige abends abzudecken, damit
kein künstliches Licht ihren Lebensrhythmus beeinflussen kann. Handzahm
werden Kanarienvögel meist nur dann, wenn sie vom Menschen aufgezogen
wurden.
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